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~Am Abgrund entlang~

von Svenja

Summary:
Amy kommt mit ihrem Leben nicht mehr klar und sieht keine andere Chance mehr als es zu beenden. Doch aus einer merkwürdigen Begegnung schöpft sie die Kraft zu kämpfen.


Kapitel .1.

*Boom* Die Tür schlug mit einem Ohrenbetäubendem Knall zu. Sie hat es wieder getan, obwohl sie mir versprochen hatte es nie, nie wieder zu tun. Ich saß verängstet auf meinem Bett und zitterte am ganzen Körper und Tränen, die meine schwarze Schminke verliefen ließen rollten über mein zartes Gesicht.
„Du bist zu wirklich zu nichts zu gebrauchen, womit habe ich dir nur verdient?“ hörte ich meine Mutter von unten schreien…Die Haustür fiel ins Schloss, sie war gegangen. Ich wusste nicht wo sie war, und ich interessierte mich auch nicht dafür. Wahrscheinlich war es sogar besser so, dass ich nichts wusste. Ich schnappte mir meinem MP3 Player und lief die Treppe hinunter, schlüpfte in meine Schuhe, holte mein Fahrrad aus dem Schuppen und fuhr los. Ich wollte einfach nur weg, weg von meiner Mutter. Seit mein Vater vor 4 Monaten bei einem Verkehrs Unfall ums Leben kam, war meine Mom nicht mehr die, die ich als meine Mutter kannte. Sie war mir vollkommen fremd geworden. Ihre Alkoholsucht, in die sie seit Vaters Tod verfallen war, machte alles kaputt. Wenn sie getrunken hatte schlug sie mich und wenn sie wieder nüchtern war versprach sie mir es nie wieder zu tun! Aber das hatte sie bisher nie gehalten. Ich ging an ihr kaputt, ich wollte nicht mehr und ich konnte nicht mehr.
Schneller und schneller radelte ich und schlug dann entschlossen den Weg zum Pferdehof ein. Der Weg dorthin war zwar lang, trotzdem wollte ich zu meinem Pony, das mir auch sehr viel bedeutete. 1 ½ Stunden brauchte ich schließlich. Ich schmiss mein Rad in die Ecke und holte rasch die Trense meiner Fjord Stute aus der Sattelkammer, lief zur Weide und kletterte über das silberne Gatter zu Kelly. Ich trenste sie auf und führte sie von der Koppel. Doch plötzlich hielt ich inne, irgendetwas in mir sträubte sich gegen mein Vorhaben. Kelly war nie und nimmer Geländesicher, selbst auf dem Platz war sie kaum zu bändigen. Ich schaute ihr in ihre treuen, dunklen Knopfaugen. „Du musst jetzt ganz brav sein!“, sanft strich ich ihr über ihren Kopf und gab ihr einen Kuss auf ihre weichen Nüstern! Kurzerhand sprang ich auf und trieb sie leicht an. Als ob sie mich verstanden hätte, ging sie ganz artig los. Plötzlich hörte jedoch jemanden nach mit rufen: „Amy, lass das!! Steig ab!! Du kannst sie niemals halten!“
Ich drehte mich um, Monika, eine Reitlehrerin. Ich ignorierte sie. „Kelly, ich vertrau dir jetzt, bitte, bitte hilf mir!“ flüsterte ich mit einem flehenden Unterton. Sie drehte ihren Kopf zu meinen Beinen, dann schnaubte sie. Mein Vertrauen in dieses kleine Pony wuchs von Sekunde zu Sekunde immer mehr. Nochmals trieb ich sie an und zusammen galoppierten wir den Weg entlang in Richtung ‚Nirgendwo’. Immer weiter! Doch meine Gedanken waren kaum zu bändigen. ~Wo soll ich jetzt hin? Dazu noch mit einem Pferd?! Auf jeden Fall nicht wieder nach Hause, nicht zurück zu meiner Mom~ Nachdem wir lange Zeit einfach nur in eine Richtung galoppierten, hielt ich Kelly an. Erstaunlicherweise folgte sie meinen Anweisungen problemlos. Erschöpft legte ich meinen Kopf auf ihren Hals und begann zu weinen. Mein Gesicht war mit Tränen verschmiert. Angst durchfuhr meinen Körper. Ich hatte Angst, Angst vor meinem eigenen Leben! Noch immer hörte ich meine Mom mich anschreien und gnadenlos beschimpfen. Ich schluchzte und dachte an meinen verstorbenen Vater. ~ Wieso musstest du gehen? Es ergibt einfach keinerlei Sinn!! ~ Langsam ritt ich weiter, bis zu einem Bach. Dort stieg ich ab und ließ Kelly nach dem, doch etwas schnelleren ritt, verschnaufen und trinken. Auch ich war durstig und so kniete ich mich hin, nutze meine Hände als Schale und trank. Ich sah mein Spiegelbild im Wasser. Ich erschrak, denn eigentlich war ich ein hübsches Mädchen, doch das seelischer- und auch körperlicher Terror zu Hause herrschte, sah man mir zweifellos an. Meine Haare durcheinander, meine Jeans zerschlissen, meine Schminke verschmiert und meine Augen hatten ihr glänzen verloren, sahen traurig aus.
Etwas kitzelte meinen Nacken, ich drehte mich um und sah direkt in Kellys dunkelbraune Augen. Sie war nicht mit mir durchgegangen, ich schien tatsächlich den Weg zu ihr gefunden zu haben. Diesmal scheute ich auch keines Wegs davor aufzusteigen, als ich beschloss weiter zureiten. Ich wollte zur Schlucht, dort war ich schon oft gewesen um nachzudenken. Sie lag sehr abseits des Geschehens, dadurch waren auch selten Menschen dort. Und genau deswegen gefiel mir dieser Ort so. Der Weg dorthin war nicht allzu lang, 30 min zu Pferd. Während ich ritt, suchten meine Gedanken verzweifelnd nach einem Weg, nach einem Weg zu einem normal geordneten Leben, so wie es eigentlich jedes 15-jährige Mädchen führt. ~Abhauen? Das ist doch quatsch, ich kann doch nicht,… ich mein wo soll ich denn hin? Etwa auf die Straße? Nein! ~ Nach einiger Zeit sah ich die Schlucht vor mir. Sie war nicht groß, dennoch symbolisierte sie für mich die Ruhe. Ich stieg von meinem Pferd und ließ es grasen. Zu Fuß ging ich noch einige Schritte näher an die Schlucht heran und setzte mich dann auf einen Stein, der gerade mal 3 Meter von dem Abgrund entfernt lag. Wieder suchte ich vergeblich nach einer Lösung und ohne das ich es bemerkte füllten sich meine Augen wieder mit Tränen und eine nach der anderen kullerte mir über meine Wangen. Glasklare, kleine, kalte Tränen. Doch ich fühlte nichts dabei. Meine Gefühle waren wie eingefroren, gefühlskalt war ich. Ich stand von dem Stein auf und trat soweit an den Abgrund heran, dass meine Zehenspitzen schon kein Grund mehr unter sich hatten. Er war tief, dennoch schreckte ich nicht davor zurück. ~Vielleicht ist es am besten, wenn ich nicht mehr lebe~ dachte ich und wieder spürte ich wie kalte Tränen mein Gesicht hinab rannen. „Tu es nicht!“ vernahm ich eine Stimme, von der ich glaubte sie zu kennen.

Kapitel .2.

Ich versuchte die mir fremde aber gleichzeitig doch so vertraute Stimme zu ignorieren. Doch es ging irgendwie nicht. ~Tu es nicht! Tu es nicht! Tu es nicht! ~ meine Gedanken spielten diesen Satz immer wieder ab. Vorsichtig drehte ich mich um, ich wollte wissen, diese unfassbar, beruhigende Stimme gehörte….
Ich sah eine undefinierbare, verschwommene Person vor mir, denn mein Gesicht war überströmt von Tränen. Die Person stand einige Meter von mir entfernt, doch sie machte keine Anstalten etwas zu sagen, oder auf mich zu zukommen. Mit dem Handrücken wischte ich mit die Tränen aus meinem Gesicht. Ich erkannte einen Jungen, so etwa in meinem Alter. Er hatte schwarze Haare, eine Cap, die er so tief ins Gesicht gezogen hatte, dass ein dunkler Schatten auf seine Augen fiel und der Kragen seiner schlicht schwarzen Jacke war hochgestellt. Er schien geheimnisvoll, trotzdem war er mir unheimlich, weil man von seinem Gesicht fast nichts sah. ~ Und jetzt?~
fragte ich mich, ~ sollte ich mich bei ihm bedanken? Nein! Bedanken dafür, dass er mich davon abhielt, meinen ‚Plan’ zu Ende zubringen und meinen Problemen ein endgültiges Ende zu setzen?! Niemals!~
Wieder ließ ich mich auf dem Stein nieder. Dieser Typ soll verschwinden, ich will wenigstens hier alleine sein. Ich zog meine Beine an meinen Körper und mein Gesicht zwischen meinen Knien. Ich weiß nicht wie lange ich dort zusammengekauert saß, doch ich wurde plötzlich aus meinen Gedanken gerissen. „Alles Okay?“ wieder diese Stimme, ich blickte auf, doch es stand niemand vor mir, wie ich es erwartet hatte. Der Typ saß neben ‚meinem’ Stein auf dem Boden und schaute mich fragend an und wieder konnte ich keine seiner Gesichtszüge erkennen. Er schien schon länger dort, neben mir zu sitzen. „Ja, alles okay.“ log ich und hoffte, dass er es glaubte. Etwas absurd, jemandem, der gerade eben noch am Abgrund stand und springen wollte, zu glauben, wenn er sagte es sei alles okay. Mir war klar, dass er es nicht glaubte, doch er sagte trotz all dem nichts. Er blieb einfach ruhig dort sitzen.
Hufgetrampel durchbrach die Stille. Es war Kelly. Ich hatte sie völlig vergessen während ich hier war. Sie kam direkt auf mich zu und es dauerte nicht lange, da spürte ich wie ihre weichen Nüstern sanft meine Stirn berührten. Ich stand auf und vergrub mein Gesicht in ihrer Mähne. „Ist das dein Pferd?“ Ich schaute ihn an und nickte stumm. Er schaute vom Boden zu mir auf und ich konnte für einen kurzen Moment einen Blick auf seine Augen zu erhaschen. Er bemerkte es und weichte meinem Blick sofort aus. Braune Augen, das hatte ich erkannt, mehr nicht. Er stand und liebkoste Kelly. „Ich habe mich auch mal mit reiten versucht“ begann er zu erzählen, dabei musste er schmunzeln „trotz meiner Angst vor Pferden!“ jetzt musste auch ich lächeln und ich dachte daran wie lange ich das nicht mehr getan hatte. „Danke.“ hauchte ich so leise, dass ich zweifelte, dass er es gehört hatte. „Dafür nicht.“ war seine Antwort, er hatte es doch gehört. Ein schüchternes Lächeln schenke ich ihm noch, dann sprang ich auf Kelly und ritt davon, nach Hause. Irgendetwas in mir bewegte mich dazu nicht aufzugeben und zu kämpfen. Auf den Weg zum Stall grübelte ich warum mir dieser Junge so bekannt vorkam. Woher kannte ich ihn? Ich kam einfach nicht drauf und war nun überzeugt davon, dass er nur Ähnlichkeit mir jemandem hatte.
Von weitem sah ich schon den Pferdehof. Ich beschloss den Rest des Weges zu galoppieren. Mein Vertrauen in das Pony, welches man vor ein paar Stunden kaum reiten konnte, war so groß wie nie zuvor. Meine blonden Haare flogen mir durchs Gesicht. Jetzt merkte ich, dass ich noch nicht einmal eine Kappe aufhatte. Schneller, ich wollte schneller und trieb Kelly noch mehr. Wir rasten den Feldweg entlang Richtung Pferdehof, eine richtige Staubwolke wirbelten wir auf. Ich war plötzlich so glücklich, ich hätte schreien können. Doch dann gewannen wieder meine Probleme Oberhand in meinen Gedanken und meine Miene verschlechterte sich blitzartig. Ich parierte Kelly durch und ritt mit ihr langsam, am langen Zügel (!) auf den Hof. Monika kam mir gleich entgegen. „Mein Gott, Amy, ww..a..s… wie?“ „Es ist alles in Ordnung!“ brummte ich und zwang mir ein lächeln auf die Lippen. „Wie hast du sie halten können?“ fragte Monika, die immer noch überrascht davon war, dass Kelly völlig friedlich unter mir war. „Vertrauen“ murmelte ich, drehte mich um und brachte Kelly auf ihre Koppel. Danach schnappte ich mir mein Rad und fuhr in Richtung ‚zu Hause’. Ich wohnte in Magdeburg, ja, genau dort wo die Tokio-Twins auch herkommen. Doch ich habe sie vor ihrem Durchbruch nie gesehen, geschweige denn mit ihnen geredet. Und ich bin auch froh darüber, denn ich kann diese möchte-gern-musiker nicht leiden, sie wirken so eingebildet. Außerdem bilden sie sich ein Musik machen zu können. Pah, das was die da machen sind doch Kinderlieder.
Mein Weg war lang und führte fast nur durch Feldwege. Links von mir lag ein Stoppelfeld, eine Familie ließ dort Drachen steigen, sie sahen so glücklich aus. Der Vater hielt den Drachen, der hoch oben im Himmel seine Runden drehte und das Kind bestaunte begeistert das kleine leuchtende Ding dort oben. Ich musste an meinen Papa denken, er war ein toller Mann ich habe ihn bewundert. Aller Erinnerungen kamen bei dem Anblick der glücklichen Familie wieder hoch. Ich versuchte sie zu verdrängen, doch ganz gelang es mir nicht. Der Tod war jetzt ca. 4 Monate her, und ich litt immer noch stark darunter.

Kapitel .3.

Zu Hause angekommen betrat ich leise das Haus, ich wollte meiner Mutter auf keinen Fall über den Weg laufen. Vorsichtig lugte ich in das Wohnzimmer. Dort lag sie, sie schlief. Erleichtert schlich ich die Treppe hinauf in mein Zimmer. Ich legte mich auf mein Bett und schaltete den Fernseher ein. Auf Sat 1. lief gerade Blitz, aus Langeweile ließ ich es laufen und lauschte der Moderatorin. Doch viel bekam ich davon nicht mit, denn nach einiger Zeit schlief ich erschöpft ein. Ich träumte von meinem Vater, wie wir zusammen in einem Cafe saßen und er mir erklärte, dass er wegziehen würde, weil er eine neue Frau kennen gelernt hatte. Ich war am Boden zerstört und weinte eine Träne nach der anderen. Flehend versuchte ich ihn zu überreden zu bleiben, doch es half nichts, er blieb stur.
Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen…
„Ja, das geht schon noch aber es ist schon ziemlich extrem was unsere Fans für uns auf sich nehmen….“
‚die’ Stimme, ich erkannte sie sofort, die Stimme des geheimnisvollen Jungen von heute Nachmittag. Dieser besondere Farbklang hatte mich auf Anhieb verzaubert. Ich öffnete die Augen, schaute auf den Fernseher…und was ich dort sah, brachte mich vollkommen aus der Fassung. Diese besondere Stimme gehörte Bill, Bill von Tokio Hotel. Verdutzt schaute ich mir den Rest des Interviews an. Ich war kein Tokio Hotel Fan, eigentlich war ich eher eine derjenigen, die die Fans belächelten und sich lustig über die Band machten.
Aber jetzt wusste ich auch woher er mir so bekannt war und warum ich glaubte diese wunderschönen Augen, die ich nur diesen Bruchteil einer Sekunde gesehen habe, zu kennen. Sie wirkten so ganz anders ohne die schwarze Schminke, die er sonst immer zu tragen pflegte. Mit Make-up wirkte er so unantastbar, fast wie ein Elf. Nie hätte ich gedacht, dass sich unter seiner Schminke ein so hübsches Gesicht verbarg.
Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto unsicherer wurde ich mir, was die Identität dieses Jungen anging.
~War es wirklich Bill, der mich von meinem Selbstmordversuch abgehalten hatte? Oder hatte diese Stimme vielleicht nur einen ähnlichen Farbklang, wie die eines anderen.
Aber warum verdammt mache ich mir eigentlich so viele Gedanken darüber? Es kann mir doch egal sein ob ‚er’ nun Bill war oder auch nicht! Wieso sollte denn auch Bill an einem verlassenen Ort rumhocken? Wenn es überhaupt Bill war, höchstwahrscheinlich hatte ich die Stimme nur verwechselt. ~
Doch diese Gedanken ließen mich einfach nicht los und so saß ich einen Tag später wieder auf dem Rücken von Kelly und ritt in Richtung Schlucht. Bis jetzt hatte ich niemanden von dieser ungewöhnlichen Begegnung erzählt und ich hatte auch nicht vor es zu tun. Nach einer Stunde hatte ich mein Ziel fast erreicht. Von weitem sah ich die Schlucht schon. Ich trieb Kelly an um mit ihr den letzten Rest des Weges zu traben. Angekommen sprang ich gekonnt vom Pferd und ließ es dann, wie immer, dort grasen. Einige Schritte ging ich noch zu Fuß. Ich sah niemanden und so setzte ich mich auf den mit Moos bewachsenen Stein und ließ meine Gedanken nur so schweifen…Meine Mutter sah ich fast gar nicht mehr, einerseits war es gut für mich, da sie so keine Chance hatte ihre Aggressionen im Alkoholrausch an mit auszulassen, doch andererseits machte ich mir auch sorgen, dass sie sich irgendwann total vergessen würde. Ich stand auf und blickte zu Kelly herüber, ruhig und gelassen graste sie dort und mir schien als würde ihr dieser Ort auch gefallen. Zufrieden setzte ich mich wieder und blickte ziellos in die Gegend. „Hey“ vernahm ich eine Stimme, aber nicht irgendeine Stimme, nein ‚seine’ Stimme. Wortlos setzte er sich neben mich. Er hatte wieder diese Cap auf, unter der sein Gesicht völlig verschwand. Ich musterte ihn, doch immer noch konnte ich nicht erkennen, ob er Bill war oder nicht. „Wieso bist du hier?“ brach ich die Stille. „Zum Nachdenken, ohne das man gestört wird.“ antwortete er kurz und knapp. „Und du?“ „Ich auch, außerdem gefällt mir die schöne Gegend.“ ich lächelte. Plötzlich meldete sich mein Handy. >>Unbekannte Nummer<<
Ich nahm ab. „Ja?“ sprach ich leicht genervt in den Hörer. Am anderen Ende der Leitung meldete sich eine mir fremde Stimme mit einem ernsten „Hallo.“ Dann fuhr sie fort. „Sind sie Amy?“ Ich bejahte. „Ich hab eine schlechte Nachricht für sie, ihre Mutter hat eine Alkoholvergiftung und liegt im St. Maria Krankenhaus auf der Intensivstation und…“ verstört ließ ich mein Handy sinken, meine Augen füllten sich mit Tränen und sie tropfen auf meine Jeans. „Was ist denn passiert?“ fragte der Junge. „Ma,…meine Mutter,…sie…Krankenhaus…“ stotterte ich. Ohne zu zögern nahm er mir das Handy aus der Hand und sprach in den Hörer „Bitte rufen sie doch später noch einmal an, sie ist im Momemt nicht in der Verfassung.“ Dann legte er auf. Ich hatte mich nicht gerührt und saß immer noch starr da. Wortlos nahm er mich in Arm und wiegte mich wie ein kleines Kind hin und her. Ich ließ mich in seinen Armen fallen, wie ich es schon lange nicht mehr bei jemandem getan hatte, und weinte, ich weinte und seine Jacke war schon nass von meinen Tränen, doch es störte ihn nicht.

Kapitel 4
Ewigkeiten schienen vergangen, als ich mich endlich von ihm löste. „Wer bist du?“ fragte ich leise und meine Hand setzte dazu an ihm seine Cap abzunehmen. Erschrocken wich er mit seinem Kopf meiner Hand aus und blickte zu Boden. Verwirrte Blicke meinerseits. „Wieso willst du mir nicht sagen wer du bist?“ hakte ich nach. „Es geht einfach nicht.“ ~ Wieso will er mir nicht sagen wer er ist? Ist er etwa doch der Frontmann der erfolgreichen Teenie-Band Tokio Hotel? ~
Im Augenwinkel sah ich, dass er seine Hand erhob und unentschlossen seine Cap abnahm. Ich tat, als hätte ich nichts bemerkt und starrte den grau-braunen Sand zu meinen Füßen an. Die einzelnen Sandkörner glitzerten in der Sonne, es sah richtig schön aus. „Hey?!“ machte er schüchtern auf sich aufmerksam, ich blickte auf und sah direkt in sein Gesicht. „Ich hab’s gewusst!“ lächelte ich. „Du hast mich erkannt?“ fragte er erstaunt. „Dich nicht direkt, aber deiner Stimme, sie…“ ich stockte „Ja?“
„Naja, sie hat so einen unverwechselbaren Farbklang.“ setzte ich fort. Ein Lächeln zierte seine vollen Lippen. „Ich bin Amy.“ stellte ich mich vor. „Bill“ erwiderte er und reichte mir seine Hand. Für diesen kurzen Moment hatte ich meine Mutter vergessen, doch als mich die Ereignisse wieder einholten verschwand mein lächeln ruckartig aus meinem Gesicht und ich stand auf. „Kelly!!!“ rief ich mein Pony, welches sofort willig auf mich zu kam. Sofort sprang ich auf “Ich muss gehen..” erklärte ich. “Sehen wir uns wieder?” kam es von Bill mit erwartungsvollem Unterton. „Gerne.“ antwortete ich und das war wahrhaftig nicht gelogen. Er reichte mir ein kleines Stück kariertes Papier auf dem etwas schwer zu entziffernde Zahlen geschrieben waren. „Ruf mich einfach an wenn du jemanden brauchst.“ Ich nickte dankbar, drehte mein Pferd und ritt im schnellen Galopp davon.

*kleiner Zeitsprung*

Nach 2 ½ Stunden war ich zu Hause. ~ Was soll ich denn nun tun? Mein Vater ist tot, meine Mutter liegt mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Ich habe niemanden mehr. Meine Verwandten wohnen alle weit entfernt von uns und Freunde,… Freunde habe ich auch nicht wirklich. Außer Bill ~ Ich kramte den Zettel mit seiner Telefonnummer aus meiner Hosentasche. Doch sofort ließ ich ihn wieder in dieser verschwinden. ~ Ich kann ihn doch nicht jetzt anrufen, wo wir uns doch gerade erst gesehen haben. Außerdem möchte ich ihm nicht lästig werden.~ Stattdessen legte ich mich ins Bett und fiel auch kurz darauf in einen unruhigen Schlaf, mich schien der Stress auch körperlich zu belasten. Ca. um 19:30 wurde ich durch das schrille Läuten des Telefons geweckt. Ich kroch aus meinem Bett und nahm ab
I: „Amy Bauer“
K:„Guten Abend Frau Bauer, hier noch einmal das St. Maria Krankenhaus, ich rufe an wegen ihrer Mutter.“
I: „Ja?“
K:„ Ihre Mutter liegt derzeit auf der Intensivstation, solch eine Vergiftung ist schon eine ernste Sache. Allerdings besteht keine akute Lebensgefahr, wir werden sie nach dem notwendigen Krankenhaus an eine Entzungsklinik überweisen. Ist das in Ordnung?“
I: „Äh,..ja, natürlich… kann ich sie besuchen?“
Eine Träne rollte über mein Gesicht, ich vermisste sie mehr als ich es wollte.
K: „Ja, ab morgen wird das kein Problem sein. Zimmer 438. Wo das Krankenhaus selber ist, wissen sie?“
I: „Ja.“
K: „Ok, vielen Dank.“
I: „Tschüss“
K: „Auf Wiederhören“

Nach dem Telefonat aß ich noch etwas und legte mich dann wieder ins Bett und kuschelte mich unter die Decke. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, kitzelten die Sonnenstrahlen die durch das Fenster fielen meine Nase. Ich schaute auf die Uhr. ~ Verdammt, schon halb 12! ~
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen um 12 Uhr bei meiner Mom im Krankenhaus zu sein. Denn ich mochte es ganz und gar nicht so spät aufzustehen, ich war normalerweise eher ein Frühaufsteher. Ich stand also auf und machte mich fertig, doch als ich meine Jeans anziehen wollte, rutsche der Zettel mit Bills Nummer heraus. Eine Weile starrte ich ihn an ~ Soll ich ihn anrufen? ~ Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich die Telefonnummer von einem Star hatte, für die jede Menge hysterischer Fans ihr Leben aufopfern würden. Und gerade ich hatte sie und war noch nicht einmal ein Fan. Kurz musste ich lächeln. Dann nahm ich all meinen Mut zusammen und tippte die Nummer ins Telefon, denn wenn ich weiter darüber nachgedacht hätte, hätte mich der Mut sofort wieder verlassen.
Tuuut, tuuut, tuuut

B: „Ja?“
I: „Hey, hier ist Aa..my
Stotterte ich.
B: „Ah, hi Amy, alles klar?“
I: „Naja, es geht schon…“
B: „Schön!“
I: „Können wir uns wieder sehen? Heute?“
B: „Ja, klar. Wann?“
I: „Also jetzt gehe ich meine Mom besuchen und danach vielleicht..“
B: „ Soll ich dich begleiten?“
I: „ Du, ich glaube das ist keine gute Idee, ich möchte mein Mom erst einmal alleine besuchen…“
B: „Kein Problem, in welchem Krankenhaus liegt sie denn?“
I: „Im St. Maria Krankenhaus.“
B: „ Okay, dann um 3 bei der Schlucht?“
I: „Ja, ich freu mich.“
B: „Ich mich auch, ciao“

Lächelnd legte ich den Hörer bei Seite
~ Er ist schon irgendwie süß, gar nicht so, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe. Überhaupt nicht eingebildet oder gar Mädchenhaft. Außerdem sieht er ziemlich gut aus, diese unwiderstehlichen, vollen Lippen laden förmlich dazu ein sie zu küssen und seine Augen, ich könnte in ihnen versinken. MOMENT, alles noch einmal auf Anfang, ich habe mich doch wohl nicht in,… nein, diese Gedanken sollte ich schleunigst vergessen. Ich will die Freundschaft, die gerade dabei ist mächtig zu wachsen, durch meine lächerlichen Gefühle nicht kaputt machen! ~

Kapitel 5
*Zeitsprung*

Nervös umfasste ich die Türklinke der Tür, hinter der meine Mutter lag. Ich hatte keine geringe Idee, was mich dahinter erwartete. Ich ließ meine Hand von der Klinke und klopfte dreimal an die Tür. Keine Reaktion.
Zum wiederholten Mal klopfte ich an die Tür, diesmal etwas entschlossener. Kurz darauf bat mich eine leise, zerbrechliche Stimme herein. Zögerlich öffnete ich die Tür und betrat das Zimmer. Es war ein Einzelzimmer, welches für ein Krankenzimmer sehr schön eingerichtet war. Ein kleiner bunter Blumenstrauß auf der Fensterbank oder auch ein süßes Tischtuch mit bunten Farben für den kahl weißen Tisch. „Hallo Mom.“ War das einzige was ich raus bekam, als ich meine Mutter dort so liegen sah. Vorsichtig ließ ich mich auf einem Stuhl neben dem Bett meiner Mutter nieder. Sie lag dort wie ein Häufchen Elend, ihr Gesicht war blass und ihre Haare lagen glanzlos auf ihren Schultern. So hatte ich sie wirklich noch nie gesehen, so hilflos und schwach. Meine Begrüßung erwiderte sie bloß mit einem kurzen Lächeln. „Wie geht’s dir Mom?“ fragte ich, obwohl man sah, dass es ihr wirklich übel ging. „Es geht schon, aber viel wichtiger ist wie es dir geht?!“
„Ok Mom. Bei mir ist alles ok.“ antwortete ich „Amy, Schatz, es tut mir so unendlich Leid was,… was ich dir angetan habe!“ Ich starrte an die Wand und spürte, wie sie mir über die Wange streichen wollte. Doch dieser Berührung war ich noch nicht gewachsen, nach all dem was geschehen ist, was sie mir angetan hat. So wich ich ihr mit einer ruckartigen Bewegung aus. „Kind, bitte verzeih mir doch!“ flehte sie förmlich. „Es ist besser, wenn ich jetzt gehe.“ flüsterte ich, stand auf und verließ ohne ein weiteres Wort zu verlieren den Raum. Schnellen Schrittes verließ ich dann auch das Krankenhaus.
~Sie wollte sich entschuldigen??? Dass ich nicht lache! Wie kann sie nur so naiv sein und denken, dass ich ihr ohne weiteres vergeben würde? Sie hatte mein Leben zerstört. Sie ist schuld, an allem, an meinem Selbstmordversuch. Nur wegen ihr wollte ich mir das Leben nehmen. Sie ist nicht mehr meine Mutter, ich hasse sie!!!!~
Draußen angekommen blieb ich stehen und holte erst einmal tief Luft. Die frische Luft tat mir gut und ich fühlte mich gleich besser, wenn auch nur ein bisschen. Da kam mir das Treffen mit Bill wieder in den Sinn und ich machte mich auf den Weg. Allerdings kam ich nicht weit, denn da kam er mir schon entgegen. Selbstverständlich war er, wie immer, nicht als ‚der Bill’ zu identifizieren, da er sich so kleidete, dass man keine Chance hatte ihn zu erkennen. Etwas überrascht, aber dennoch mit einem scheuen, aber freundlichen Lächeln ging ich auf ihn zu. Sofort wurde mein Lächeln erwidert und zu meiner Verwunderung zog er mich auch gleich in seine Arme. Ich mochte ihn gar nicht drücken, er war so dünn, wirkte so zerbrechlich. „Alles klar, kleines?“ fragte er besorgt. „Nein.“ gab ich kleinlaut zu, da es keinen Sinn gemacht hätte ihm meine Probleme zu verschweigen, außerdem brauchte ich jemanden zum reden. Er nahm meine Hand und zog mich auf eine Bank, die unter einem großen Kastanienbaum stand. Wir setzten uns und Bill machte keine Anstalten meine Hand loszulassen. „Erzähl mir was los ist!“ bat er mich und drückte sie. Ich lehnte mich nach hinten, schloss die Augen und dann begann ich zu erzählen. Alles erzählte ich ihm, alles, bis ins kleinste Detail, es sprudelte wie ein Wasserfall aus mir heraus. Und Bill,..Bill hörte mir aufmerksam zu. Als ich fertig war, rollten mir wieder Tränen der Verzweiflung über mein Gesicht. „Nicht weinen, kleines. Alles wird wieder gut.“ beruhigte er mich und wischte mir meine Tränen von den Wangen. Ein kribbeln durchfuhr mein Körper bei dieser Berührung. Ich schaute ihm in die Augen und er tat es mir gleich. Ich spürte, da war etwas besonderes zwischen uns, aber ich spürte auch, dass es nicht sein durfte. Also löste ich meinen Blick von seinen wunderschönen, haselnussbraunen Augen und schaute zu Boden. Es herrschte Stille, peinliche Stille. Das er auch seinen Blick auf den Boden gerichtet hatte, bemerkte ich, als ich wieder aufblickte. Ihm schien die Stille auch unangenehm, so begann ich krampfhaft ein Gespräch. „Und, magst du deine neues Leben, als Star?“ Es dauerte etwas, bis er dann gestand „Naja, eigentlich ist es schon toll, nur alle sehen mich nur noch als Frontmann von Tokio Hotel und nicht als der, der ich als Mensch bin!“

Zwei Monate ging das so. Bill und ich haben uns oft getroffen und viel geredet, dadurch festigte sich unsere Freundschaft ungemein. Er hatte mir mein Lächeln zurück geschenkt und dafür war ich ihm furchtbar dankbar. Man konnte uns nun als beste Freunde bezeichnen und das obwohl ich im Hinterkopf immer noch mehr Gefühle für ihn besaß, als mir Lieb war, doch ich verdrängte sie. In den zwei Monaten hatte mir Bill auch den Rest der Band vorgestellt und ich verstand mich mit allen auf Anhieb gut. Meine Mom war auch wieder gesund geworden, allerdings hatte sie sich gegen eine Entzugsklinik strikt geweigert. Bis zu diesen Zeitpunkt hatte sie auch nicht wieder zum Alkohol gegriffen. Trotz all dem konnte ich ihr ihre Taten aus der nahen Vergangenheit nicht verzeihen. Ich liebte sie nicht mehr, wie eine Tochter ihre Mutter normalerweise Lieben sollte. Doch dann kam der Tag der mein Leben auf den Kopf stellte und die Freundschaft von Bill und mir mächtig auf die Probe stellte.
Kapitel 6
*backflash*

~Mensch wo bleibt er denn jetzt schon wieder?~
Genervt verdrehte ich die Augen und warf ein Blick auf meine Armbanduhr. Fünf vor halb vier und kein Bill. Wir waren für drei Uhr verabredet. Das war ja mal wieder so was von typisch für Bill, er war die Unpünktlichkeit in Person. Ich seufzte.
Zwei Minuten später klingelte es dann jedoch tatsächlich an der Haustür und als mir nach den öffnen ein völlig abgehetzter Bill in die Arme fiel, konnte ich mir das kichern einfach nicht verkneifen. „Was ist los?“ fragte er gespielt ernst. „Nicht, nichts.“ versicherte ich ihm und tapste nach oben in mein Zimmer. Bill folgte mir und schmiss sich dann neben mich auf mein Bett. „Achjaa, nichts?“ fragte er wieder und begann mich zu kitzeln. „Du willst dich doch nicht etwa über meine Unpünktlichkeit lustig machen?“ Während ich mich versuchte zu wehren druckste ich ein „Neeeeiinn, ich doch nicht!“ heraus, welches aber halb in meinem Gelache unterging.
Endlich konnte ich mich aus Bills Fängen befreien und nun kitzelte ich ihn. Er lachte, schrie auf und flehte um Gnade. Großzügiger Weise stoppte ich meine Kitzelattacke und da ich gerade genau auf ihm lag, blickten wir uns direkt in die Augen. Unsere Lippen näherten sich. ~Nein!~
Wie gern hätte ich diesen Kuss zugelassen, doch ich wusste es wäre falsche gewesen. Ungern, aber dennoch löste ich meinen Blick von dem seinen und setzte mich auf den Bettrand.
„Amy, ich muss mit dir reden.“ Begann Bill nach einiger Zeit des Schweigens. Ich drehte mich zu ihm…
„Warum, was ist los?“ wollte ich wissen und schaute ihn fragend an. Eben hatte er noch lauthals gelacht, doch jetzt war sein Blick unheimlich ernst…
Kapitel 7
„Ich äh, naja ich sehe in dir nicht mehr nur eine Freundin, Amy…“
~Hat er sich etwa auch in mich verliebt? Soll das heißen er,…er liebt mich? ~ dann stockte er „ich, ich liebe dich!“ sein ernstes Gesicht zierte nun ein scheues lächeln.
~Jaaaaaa, genau das heißt es. Ja Bill, ich liebe dich auch. Aber unsere Liebe hätte nie, nie eine Chance. Es darf nicht sein, wir dürfen nicht zusammen sein, uns nicht lieben. Es würde beide von uns kaputt machen! ~
Genau das wollte ich eigentlich sagen, aber ich wahr zu feige, zu feige ihm zu sagen was ich wirklich dachte.
Stattdessen sagte ich nur „Bill, es tut mir Leid, ich kann das nicht.“ jetzt verschwand sein Lächeln, auch wenn es noch so scheu war, von seinem Gesicht. Betroffen und traurig zugleich senkte ich den Kopf. Lange sagte keiner von uns ein Wort, diese drückende Stille, die sich breit machte, war schrecklich. „Ich gehe jetzt besser.“ durchbrach Bill, mit seiner weichen Stimme, unser schweigen. Wortlos verabschiedete ich ihn und sah ihm noch nach. Am liebsten wäre ich ihm jetzt nachgerannt und wäre ihm um den Hals gefallen. Hätte ihn geküsst und ihm gesagt das ich ihn mehr als alles andere Liebe.
~Aber warum verdammt tue ich es nicht einfach? Wieso lasse ich grade meine große Liebe gehen? ~
„WARTE!!“ selbst erstaunt von meinen eigenen Worten, drehte sich Bill, der bereit einige Meter von mir entfernt war, zu mir um. Ich wusste nicht was ich tat, ich tat es einfach. Mein Herz versprach es sei richtig und ich wollte nicht weiter darüber nachdenken, denn ich wusste, dass mir mein Verstand das Gegenteil gesagt hätte.
Nach ein paar Schritten, stand ich dann vor ihm und blickte in seine Reh Augen. Ich versank regelrecht in ihnen. „Ich liebe dich auch, mehr als alles andere!“ Bills Miene hellte sich auf, doch ich war noch nicht fertig „…aber ich habe Angst, dass unsere Liebe uns kaputt macht.“
„Wir können es versuchen, lass es uns wenigstens versuchen, denn ich brauche dich,… ich liebe dich!“
Wieder näherten sich unsere Lippen und dieses Mal ließ ich es zu. Wir versanken mitten auf der Straße in einen leidenschaftlichen Kuss. Seine Lippen waren so weich und sein Kuss so zärtlich. Hand in Hand schlenderten wir dann zurück zu dem kleinen Reihenhaus, welches ich ‚Zu Hause’ nannte. Auf meinem Bett machten wir uns es bequem und tauschten unsere Zärtlichkeiten aus, die schonlange überfällig waren. Bill blieb die Nacht bei mir, aber es passierte nichts, denn ich und auch Bill fanden es war zu früh für diesen Schritt. So wachte ich am nächsten Morgen in seinen Armen auf und in dem Moment war ich glücklich, glücklich wie nie zuvor.
Wir verbrachten so viel Zeit wie möglich miteinander,
doch unser Glück hielt leider nicht lange an, denn die Angst meine erste große Liebe an seine Fans zu verlieren, steckte mir immer noch in den Knochen. Und als Tokio Hotel immer erfolgreicher wurden, wurde auch Bills Zeit für mich immer knapper. Immer wieder sagte er ab, weil er noch zu einem wichtigen Fotoshoot oder Interview musste. Ich war nie böse auf ihn, nur langsam aber sicher überzeugt davon, dass unsere Beziehung keinen Sinn mehr hatte. Oft ritt ich verzweifelt und überfordert mit der Situation zur Schlucht und weinte den alten Zeiten hinterher. Stellte mir vor wie es wäre, wenn Bill kein Star wäre. Doch auch das wollte ich nicht wirklich, denn ich wusste das er das liebte was er machte und nur mit der Musik ganz erfüllt sein konnte.
Kapitel 8
Heute stand nach langer Zeit mal wieder ein Treffen mit Bill an. Ich war tierisch nervös, denn ich hatte ihn lange nicht mehr gesehen und unser letztes Telefonat lag auch schon länger zurück. Außerdem war das nicht irgendein Treffen, nein, ich wollte schweren Herzens unsere Beziehung beenden. Denn wie ich es schon immer gesagt hatte, stand unsere Beziehung von Anfang an unter einem schlechten Stern. Ich litt äußerst stark unter unserer „Fernbeziehung“ und darunter ihn mit den Tausenden Fans zu teilen. Es war nun schon zwei Uhr,…noch eine Stunde, eine ewig lange Stunde. Nervös lief ich im ganzen Haus herum. Noch immer hatte ich keine Ahnung wie ich es ihm beibringen sollte, dass ich nicht mehr konnte.
Wie ich die ganze Stunde überbrückt hatte, wusste ich nicht, doch jetzt klingelte es endlich an unserer Haustür. Ich wollte es schnell hinter mich bringen. Mit zitternden Händen öffnete ich die Tür. „Hey Süße, ohaa ich hab dich ja soooo vermisst!“ rief er sofort und nahm mich in seine Arme. Als ich so in seinen Armen lag, fühlte ich mich so geborgen, so sicher. Ja, ich liebte ihn noch, er war nun einmal meine große Liebe, aber ich musste vernünftig sein. Er küsste mich, doch ich erwiderte seinen Kuss nicht. „Was ist los? Freust du dich etwa nicht?“ fragte er und legte den Kopf schief. „Es geht, komm erstmal rein!“ antwortete ich. Meine Nervosität wuchs, je näher der Augenblick kam, in dem ich es ihm sagen musste. In meinem Zimmer angekommen setzte ich mich auf meinen Schreibtischstuhl und per Handzeichen bat ich ihn auf meinem Bett platz zu nehmen. Er ließ sich davon nicht beirren und begann sofort zu erzählen „Amy, ich muss dir so viel erzählen, gestern da haben wir ja das Konzer in Hamburg gespielt und…“ „BILL!“ unterbrach ich ihn schroff, erschrocken schaute er mich an. „Ich muss mit dir reden“ fuhr ich fort und schaute ihn ernst an. Als ob er ahnte um was es ging schaute er nun ziemlich traurig drein. ..
„Bill,..ich schaffs nicht mehr, ich kann einfach nicht mehr,…es ist aus!“ sagte ich und konnte die Tränen einfach nicht zurück halten. „Aber, Amy,..nein das geht doch nicht, du kannst doch nicht,…“ „Doch, Bill, ich muss das tun, sonst gehe ich noch ganz kaputt!“ Er senkte den Kopf.
~Ich fühle mich schrecklich,…ich hab es wirklich getan. Ob es wirklich richtig war?~
Bill blieb noch eine Weile und wir redeten über alles Mögliche. Es tat verdammt gut mit ihm zu reden, so wir ganz am Anfang, doch ganz so war es auch nicht, zwischen uns war eine merkwürdige Distanz. Als er ging gab ich ihm noch einen Handgeschriebenen Brief, den er aber erst zu Hause öffnen sollte.

*~Bills Sicht~*

Als ich zu Hause ankam verschwand ich sofort in mein Zimmer. Niemand sollte mein verweintes Gesicht sehen. Wieso hat sie das nur getan? Wir passten doch so gut zusammen,… oder? Doch irgendwo konnte ich sie auch verstehen. In meinem Zimmer angekommen verschloss ich erst einmal sorgfältig meine Zimmertür, damit mich auch ja keiner störte. Ich setzte mich auf mein Bett und öffnete den Brief, den Amy mir gegeben hatte.

Lieber Bill,
es tut mir so unendlich Leid. Und es ist mir wirklich nicht leicht gefallen, denn ich liebe dich immer noch, aber ich war einfach überfordert mit der Situation.
Danke Bill,..für alles. Danke das du mich damals gerettet hast und danke für die wunderschöne Zeit

Bitte, verzeih mir

In Liebe,

deine Amy

PS: Ich schrieb ein Gedicht, nur für dich!


Der den ich will

es braucht diesen flüchtigen Schmerz
mein rast- und besitzloses Herz
will höllisch vermissen
statt halten zu müssen
es will sein Idol nicht verliern

steig auf dein Denkmal zurück
schenk’ mir kein einzigen Blick
bleib hart
leiste kein Schwur
sonst wärst du ja nur
der den ich hab’

zeig keine Schwäche für mich
behalt’ dein Verlangen für dich
sei still
denn, wenn´s so wär’
dann wärst du nicht mehr
der den ich will...
der den ich will...

mal’ mir kein Herz an die Wand
sonst wirst zum Spatz in der Hand
sei weiter unfassbar
verwirr’ mich, bleib unklar
genau dafür lieb’ ich dich so

steig auf dein Denkmal zurück
schenk’ mir kein einzigen Blick
bleib hart
leiste kein Schwur
sonst wärst du ja nur
der den ich hab’

(Annett Louisan/ Unausgesprochen)


*~Amys Sicht~*

Einmal sah ich Bill noch bei einer Autogrammstunde in……


Kapitel 9

*~Amys Sicht~*

Drei Monate war die Trennung von Bill nun her, doch ich begann es tagtäglich mehr zu bereuen diesen Schlussstrich gezogen zu haben. Mehrfach hatte ich sogar schon versucht wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen, indem ich ihm SMS’ schrieb oder versuchte ihn anzurufen, aber er schien seine Nummer geändert zu haben. Doch vor einigen Tagen bat sich mir die Gelegenheit Bill wieder zu sehen, denn Tokio Hotel waren bei einer Galaveranstaltung und Fans hatten die Möglichkeiten ihren Stars am roten Teppich ganz nah zu sein. Fan konnte man mich zwar nicht gerade nennen, aber sehen wollte ich Tokio Hotel, besonders Bill trotzdem. Und da man bekanntlich ja alles für die Liebe tut, stand ich schon ganze 24 Stunden vor Tokio Hotels Ankunft dort und wartete. Drei weitere Tokio Hotel Fans standen ebenfalls schon dort. Öfter versuchten sie mich in ihre Gespräche zu verwickeln, aber ich war so hibbelig und nervös, dass ich nicht vernünftig reden konnte. Außerdem redeten sie ausschließlich über die Band und von dieser hatte ich keine Ahnung und hätte ich ihnen erzählt, dass ich nicht nur die Jungs persönlich kenne, sondern auch Bills Exfreundin bin, hätte ich mich damit auch noch ziemlich unbeliebt gemacht. So bevorzugte ich es zu schweigen.

*kleiner Zeitsprung*

Langsam füllte sich der Platz hinter der Absperrung, denn Toms, Gustavs, Georgs und Bills Ankunft rückte immer näher. Ich war früh genug dort gewesen und so hatte ich mir erfolgreich einen heiß begehrten Platz direkt an der Absperrung gesichert. Ich war tierisch nervös. Wie würde Bill wohl auf mich reagieren? Viele Fragen stellte ich mir, aber vor allem: Liebt er mich noch? Oder hat er womöglich schon eine neue? Das Gekreische und Gerufe war Ohren betäubend…
DA! Endlich kam der Van und wie ich es schon erwartet hatte, wurde das Gekreische noch lauter. Die Tür wurde geöffnet und die vier Jungs stiegen aus. Bill als letzter.
Für meine Begriffe machte er keinen so glücklichen Eindruck, zwang sich jedoch ein Lächeln auf die Lippen und wandte sich, wie auch die anderen drei Jungs seinen Fans zu und schrieb fleißig Autogramme. ~So Amy, gleich ist deine Chance, vielleicht sogar deine letzte. Jetzt oder nie! ~ Bill stand jetzt ca. zwei Meter von mir entfernt. Dann, er ging zwei Schritte weiter und stand nun genau vor mir. „Amy…“ flüsterte er. Ich konnte es nicht hören, jedoch an seinen Lippen ablesen. „Bill, komm zurück zu mir, ich ich es war ein Fehler … ich liebe dich, bitte komm zurück zu mir, ich brauche dich doch..“ schrie ich fast und schaute ihn flehend an.
Kapitel 10
„Sorry!“ sagte er, schrieb seinen Namen auf meinen Block und ging weiter. „BIIIIIILL!!!!“ schrie ich ihm noch nach, doch es war Sinnlos, denn es ging in dem Gekreische der Fans hoffnungslos unter. Dennoch drehte er sich noch einmal zu mir um. Traurig sah sein Blick aus, fast als würde er zweifeln. Doch dann wandte er sich wieder seinen Fans zu. ~Scheiße~ Ich weinte und kämpfte mir den Weg aus den Massen. Ziellos rannte ich davon, bloß weit genug weg von dem Geschehen. Ich rannte vor mir selbst davon, vor meinem eigenen Leben. Nach einer Stunde war ich mit verschiedenen Verkehrsmitteln wieder zu Hause angekommen. Sofort rannte ich hoch in mein Zimmer, ich wollte allein sein, doch auf halbem Weg fing mich meine Mom ab. „Amy!? Was ist passiert?“ fragte sie, als sie mein verweintes Gesicht sah. Das Verhältnis zu ihr war schlecht, genau genommen hatte ich gar keins zu ihr. So wusste sie auch nichts von der ganzen Story mit Bill, geschweige denn von meinem Selbstmordversuch. „Nichts ist los, Mom. Lass mich in Ruhe!“ sagte ich schnippisch, lief an ihr vorbei, die Treppe hinauf in mein Zimmer. Stundenlang lag ich auf meinem Bett und weinte.
Ich wusste nichts mehr mit mir anzufangen und da ich Bill auch Tage und Wochen nach dem Vorfall nicht ansatzweise vergessen konnte, beschloss ich mit Kelly zur Schlucht zu reiten, dort, wo damals alles begann. Meine Mutter fuhr mich zum Hof, sie wollte mir ständig alles Recht machen, in der heimlichen Hoffnung, ich würde ihr irgendwann das Geschehene verzeihen, doch ich hatte ganz andere Pläne. Am Hof angekommen, beschloss ich alles genau so zu machen, wie an dem Tag, an dem ich Bill zum ersten Mal begegnete. Also schnappte ich mir Kellys Trense und lief zu ihrer Weide, trenste sie auf und sprang auf ihren Rücken. Genauso wie am ersten Tag verzichtete ich auch auf Sattel und Kappe und genauso wie damals galoppierte ich im rasanten Tempo in Richtung Schlucht. Mein Pferd war in den letzten Monaten viel zu kurz gekommen, ich bin wenig geritten, denn ich war zu fertig von der ganzen Bill-Geschichte, dass ich nur zu ihr fuhr, um mich bei ihr auszuweinen. Es war eine ganz besondere Bindung zwischen mir und meiner Stute, das hatte ich schon bei ihrem Kauft gespürt. Und wenn sie meine Worte verstehen könnte, würde sie mich am besten kennen.
Bald erreichte ich auch den Bach, und wie auch damals ließ ich Kelly dort verschnaufen und trinken. Auch ich nahm wieder einen Schluck von dem kalten, klaren Wasser und der Blick in mein Gesicht, welches sich in dem Wasser spiegelte blieb nicht aus. Traurig sah ich aus, sehr verzweifelt. Eine Träne die sich den Weg über mein Gesicht bannte, viel direkt in mein Spiegelbild und ließ dies verschwimmen. Schnell wischte ich mir mit dem Handrücken über die Wangen und ritt weiter. 30 Minuten später erreichte ich die Schlucht, ließ Kelly etwas zurück und ging etwas weiter zu dem Stein, auf dem ich auch damals schon saß, und setzte mich. ~Jetzt bin ich wieder hier… ~ dachte ich. Wenn Bill nicht gewesen wäre, wäre ich jetzt bereits tot. ~Ob es wohl besser gewesen wäre, Bill nie begegnet zu sein? Oder war es Schicksal war ihn kennen- und lieben gelernt zu haben? Und damit eine Bereicherung meines ‚ach-so-tollen’ Lebens? Welches ohne Bill jetzt sowieso keinen Sinn mehr machte? ~
Langsam stand ich auf und ging langsam an dem Abgrund heran. „Es macht keinen Sinn, es macht einfach keinen Sinn mehr ohne dich!“ flüsterte ich in die Stille. ~Ich werde hier und jetzt mein Vorhaben von damals zu Ende bringen.~ beschloss ich. Diesmal weinte ich nicht. Die Freunde, die ganzen Schmerzen und Leiden loszuwerden und Ruhe zu finden, war einfach zu groß.
„BILL ICH WERDE DICH IMMER LIEBEN!!!“ schrie ich so laut ich konnte und ließ mich in die endlose Tiefe fallen. Einen kurzen Schmerz spürte ich,…aber dann nichts mehr.

*~Bill’s Sicht~*

Eilig rannte ich zur Schlucht, ich spürte mit Amy war irgendetwas nicht in Ordnung. ~Wieso habe ich sie am roten Teppich bloß zurück gestoßen?? Ich war so blöd, ich liebe sie doch! ~
Da! Kelly stand dort und graste, Amy musste hier sein.
„BILL ICH WERDE DICH IMMER LIEBEN!!!“ hörte ich jemanden schreien. Amy! So schnell mich meine Beine tragen konnten rannte ich an den Abgrund, doch dort war keine Amy. „AMY ICH LIEBE DICH!“ schrie ich verzweifelt. ~Sie ist doch nicht etwa? Nein! Nein! Nein!...Sie darf nicht gehen! ~ Ich blickte den Abgrund hinab und war wie gelähmt. Dort lag sie, regungslos in einer Blutlache.
„NEEEEEEEIIIN!!!!!!“ schrie ich wieder und unzählbar viele Tränen rannten über mein Gesicht.
Ewig lange kniete ich vor dem Abgrund und starrte auf Amys leblosen Körper, in der Hoffnung sie würde wieder aufstehen und voller Freude zu mir hinauf sehen…mit ihrem frechen Grinsen, das sie immer hatte…
Ich begann zu singen. Nur für sie sang ich so gefühlvoll wie nie die Zeilen aus ‚Wenn nichts mehr geht’.
„Keiner mehr da, der mich wirklich kennt. Meine Welt bricht grad zusamm…..“
Einen Notarzt hatte ich bereit informiert, als ich mich auf den Weg nach Hause machen wollte. Doch da fiel mir Kelly wieder ein. Und ich wusste, dass ich jetzt verantwortlich für sie war. Amy hat sie geliebt, und Sie hat Amy geliebt, genau wie ich. Amy hätte es so gewollt, da war ich mir sicher. Ich vergrub mein Gesicht in ihrer Mähne, genau wie Amy es damals tat. ~Sie ist die beste Erinnerung an Amy! ~ dachte ich.

ENDE.

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